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Die Schärfentiefe als Gestaltungsmöglichkeit
04.03.2011 - Grundlagen der Fotografie
Die Schärfentiefe in der Fotografie
Zuerst einmal: Der korrekte Begriff heißt Schärfentiefe und nicht Tiefenschärfe.
Das Spiel mit der Schärfentiefe ist ein grundlegendes Gestaltungsmerkmal in der Fotografie.
Die Schärfentiefe, d.h. der Entfernungsbereich, in dem ein Motiv scharf abgebildet wird und sich so von dem unscharfen Vordergrund oder Hintergrund abhebt, wird grundlegend bestimmt durch die gewählte Brennweite und Blende. Es spielen noch andere Merkmale eine Rolle, die Eigenheiten des Objektivs und in der Digitalfotografie die Größe des Sensors, aber in der praktischen Arbeit sind die gewählte Brennweite und die gewählte Blende die Stellgrößen, mit denen man normalerweise arbeitet.
Als Faustregel gilt ganz grundsätzlich:
Brennweite gleich geringe Schärfenstiefe
kleine Blende gleich geringe Schärfenstiefe
- und natürlich umgekehrt.
Praktische Anwendungen:
ein Paradebeispiel für ein Motiv mit einer sehr hohen Schärfentiefe ist eine Panorama-Landschaftsaufnahme. Hier gibt es keine besonderen herausstellungswürdigen Merkmale, sondern die gesamte Ansicht soll gleichmäßig scharf dargestellt werden.
Ein gutes Beispiel für ein Motiv mit geringer Schärfentiefe ist ein Portrait, welches auch noch vor einem ungünstigen Hintergrund geschossen werden muss. Bei sehr geringer Schärfentiefe ist das Gesicht der dargestellten Person scharf abgebildet, während der Hintergrund so unscharf ist, dass keine Details mehr auszumachen sind. Auf diese Weise wird zum einen die Person als Hauptmotiv akzentuiert dargestellt, zum anderen kann man auf diese Weise eventuell ungünstige Hintergründe kaschieren.
Übung macht den Meister
Um seine Kamera, seine Objektive, und alle Gestaltungsmöglichkeiten genau kennenzulernen, sollte man gerade am Anfang viel Zeit mit Experimentieren verbringen und mit der Belichtung, der Komposition, und natürlich auch besonders mit der Schärfentiefe, herum spielen und dabei am besten eine schriftliche Liste anlegen, welche Kameraeinstellung welches Resultat bewirkt.
Der Fotoprofi
später hat man diese Beispiele dann so verinnerlicht, dass man den gewünschten Effekt in der Erstellung einer Fotografie quasi aus dem Ärmel schütteln kann.
Als weiterführende Literatur, die auch sehr detailliert auf den theoretischen Hintergrund und die mathematischen Formeln eingeht, sei hier wieder einmal auf die große Fotolehre von Andreas Feininger verwiesen ein Standardwerk aus dem Jahre 1978, welches aber in seiner grundlegenden Umfassenheit auch heutzutage immer noch ein Maßstab ist.

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Abe Mossop
Photograph und Texter aus Hamburg
